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Wilde Wurzeln & Pflanzenflüstern: Wie aus einem Pflanzentausch ein Frauenkreis wurde

Aktualisiert: 17. Juni

Manchmal entstehen die schönsten Ideen dort, wo man sie am wenigsten erwartet.

Für mich begann alles an einem Pflanzentausch.


Zwischen Kräutern, Ablegern, Samen, Blumen und Setzlingen standen Frauen unterschiedlichen Alters zusammen und kamen ins Gespräch. Natürlich ging es um Pflanzen. Aber eigentlich ging es um viel mehr als das.


Es ging um Erinnerungen. Um Erfahrungen. Um Heilpflanzen, Grossmütterwissen, Gärten, Lieblingspflanzen und die Freude am Wachsen.


Ich stand mitten in diesem Kreis und war fasziniert. Nicht nur von den Pflanzen, sondern von den Frauen. Von ihrem Wissen. Von ihrer Begeisterung. Von der Selbstverständlichkeit, mit der sie ihr Wissen teilten und sich gegenseitig inspirierten. Auf dem Heimweg liess mich dieser Nachmittag nicht mehr los. Immer wieder kam derselbe Gedanke:

Es müsste einen Raum geben für genau das.

Einen Raum, in dem Frauen zusammenkommen. Einen Raum für Pflanzen, Natur, Austausch und Begegnung. Einen Raum, in dem man nicht Expertin sein muss und trotzdem voneinander lernt.


Ich schlief darüber. Träumte sogar davon. Am nächsten Morgen war für mich klar: Ich möchte diesen Raum schaffen. Ebenso klar war für mich, mit wem.

Noch am Sonntagmorgen schrieb ich meiner Praxiskollegin Gertrud. Zu meiner Freude war sie sofort dabei. Und so entstand aus einer spontanen Idee innerhalb kurzer Zeit unser erster Frauenkreis: Wilde Wurzeln & Pflanzenflüstern.


Und dann war er da. Unser erster gemeinsamer Nachmittag.


Was mich gleich zu Beginn berührt hat, war die Offenheit der Frauen. Einige kannten sich bereits, andere begegneten sich zum ersten Mal. Trotzdem entstand schnell eine angenehme, warme Stimmung. Jede Frau brachte eine Pflanze mit, die sie begleitet, fasziniert oder besonders anspricht.

Da wurden Erfahrungen geteilt, Erinnerungen wachgerufen und Beobachtungen ausgetauscht. Ich hatte das Gefühl, jede Pflanze brachte nicht nur ihre eigene Geschichte mit, sondern auch die Geschichte der Frau, die sie ausgewählt hatte. Genau das liebe ich an Pflanzen.

Sie öffnen Türen zu Gesprächen, die sonst vielleicht gar nicht entstehen würden.


Nach dem gemeinsamen Austausch nahmen wir uns Zeit, im Körper anzukommen. Mit einer Körperwahrnehmungsübung liessen wir den Alltag etwas in den Hintergrund treten und richteten unsere Aufmerksamkeit auf den Atem, den Körper und den Moment.


Von dort aus machten wir uns mit einer persönlichen Frage auf einen Schwellengang.

Der Schwellengang stammt aus der Wildnispädagogik. Jede Frau war eine Zeit lang alleine in der Natur unterwegs, begleitet von ihrer eigenen Frage. Nicht, um etwas zu lösen oder herauszufinden, sondern um wahrzunehmen, was auftaucht und was berührt.


Die Natur wurde dabei zur Begleiterin. Manchmal zeigen sich Antworten nicht in Worten, sondern in einem Bild, einer Pflanze, einem Gefühl oder einer Begegnung am Wegesrand. Ich liebe es...


Nach der Rückkehr hielten die Frauen ihre Eindrücke in Worten oder Zeichnungen fest und teilten anschliessend – wenn sie wollten – ihre Erfahrungen im Kreis. Es wurde erzählt, zugehört, gelacht und nachgedacht.


Und genau dort wurde für mich spürbar: Dass ein Raum entsteht, in dem Frauen einander inspirieren, stärken und berühren. Ein besonders schöner Moment wartete am Schluss auf uns.

Gemeinsam stellten wir ein Rosensalz her. Frische Rosenblätter wurden in einem Granitmörser zerkleinert und nach und nach mit Erdsalz vermischt. Währenddessen gingen wir in unsere Abschlussrunde. Jede Frau erzählte, wie sie den Nachmittag erlebt hatte.


Der Duft der Rosen lag im Raum. Die Hände waren beschäftigt. Das rhythmische Mörsern begleitete die Gespräche.


Und irgendwie passte das perfekt. Während wir erzählten, entstand gleichzeitig etwas Neues.

Aus Blüten wurde Rosensalz. Aus einzelnen Frauen wurde für ein paar Stunden ein Kreis.

Aus einer spontanen Idee wurde etwas Lebendiges. Vielleicht war genau das mein schönster Moment an diesem Nachmittag. Zu erleben, wie Begegnung entsteht. Wie Menschen sich öffnen. Wie Wissen geteilt wird. Wie Natur verbindet. Und wie viel entstehen kann, wenn Frauen zusammenkommen. Aus diesem ersten Frauenkreis ist bereits eine Vision gewachsen.

Wir möchten uns künftig regelmässig treffen – ungefähr alle fünf Wochen. Jedes Mal mit einem anderen Schwerpunkt. Mal werden Heilpflanzen im Mittelpunkt stehen, mal Bäume, Wildpflanzen, Signaturen oder die Natur als Spiegel für persönliche Fragen.


Was bleibt, ist die Einladung, gemeinsam unterwegs zu sein.

Mit der Natur. Mit anderen Frauen. Und vielleicht auch ein Stück näher bei sich selbst.


Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf den nächsten Kreis.

Bist du dabei? Wir freuen uns auf dich.



 
 
 

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